Bringen Sie die Meistersingerhalle zum Klingen

Nah | Saal
Schlagzeug
Trompete
Schlagzeug & Trompete

Bild: picture-alliance/dpa

Eine einzigartige Schuhschachtel

Für die einen ist sie einzigartig und ein Gesamtkunstwerk, andere schmähen sie als zu groß geratene Schuhschachtel mit unbefriedigender Akustik: die Meistersingerhalle in Nürnberg. Benannt wurde sie nach Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". 1963 öffnete die multifunktionale Konzerthalle ihre Türen.

80 klassische Konzerte pro Jahr

Auf der Bühne des Großen Saals standen schon Jimi Hendrix, Pink Floyd oder Tina Turner. Neben Rock- und Popkonzerten sowie Ausstellungen, Tagungen und Kongressen ist die Meistersingerhalle auch eine Spielstätte für die Nürnberger Symphoniker und Philharmoniker. Rund 800 Veranstaltungen finden hier jedes Jahr statt – darunter 80 klassische Konzerte mit je 1.500 bis 2.121 Besuchern.

Nürnberg bekommt neuen Konzertsaal

In einigen Jahren bekommt Nürnberg direkt neben der Meistersingerhalle einen neuen Konzertsaal. Die Meistersingerhalle wird dann großes Kultur- und Konferenzzentrum. Die neue Spielstätte wird mit maximal 1.500 Plätzen von der Größe her genau zwischen dem Kleinen und dem Großen Saal der Meistersingerhalle liegen.

Steckbrief

  • Die bebaute Fläche beträgt 12.000 Quadratmeter, die Gesamtnutzfläche sogar 26.740 Quadratmeter.
  • Es gibt etwa 650 Türen in der Meistersingerhalle.
  • Der Große Saal umfasst 1.509 Quadratmeter Fläche im Parkett und bietet Platz für bis zu 2.121 Besucher. Die Bühne ist 570 Quadratmeter groß.
  • Mit 6.646 Pfeifen und 86 Registern steht im großen Saal die zweitgrößte Orgel Bayerns.
  • 1963 hatte der Bau 30,5 Millionen Mark gekostet. Nach heutiger Kaufkraft wären das mehr als 70 Millionen Euro. Seit 2007 steht das Gebäude samt Inneneinrichtung unter Denkmalschutz.
  • Harald Loebermann war der Architekt, den Innenraum gestaltete Wunibald Puchner – unter anderem mit grünem Marmor und einem fast 300 Quadratmeter großen Kupferbild.
  • Die zwei hauseigenen Parkplätze bieten bis zu 800 Stellplätze.
  • Die Tanks der Sprinkleranlagen fassen 170.000 Liter.

Das sagt BR-Tonmeister und Produzent Thilo Grahmann:

Diese Halle hat den Charme eines architektonisch gelungenen 60er-Jahre-Bauwerkes. Andererseits stammt auch die Hallentechnik im Wesentlichen aus dieser Zeit – eine Herausforderung bei manchen Großveranstaltungen. Reflektionen und Echos, die akustisch von den Wänden und Decken zurückgeworfen werden, empfinden Musiker manchmal als eher unbefriedigend und unangenehm. Große, moderne Orchesterwerke, die oft mit perkussiven und lauten musikalischen Elementen arbeiten, können den Saal überfordern – dieser schließt sich dann akustisch und übt einen harten, engwirkenden Druck auf die Ohren der Musiker aus. Die Dynamik wirkt akustisch etwas komprimiert. Etwa so, wie wenn Lautsprecher an der Heimmusikanlage überfordert werden und anfangen, leicht zu zerren. Ähnlich empfindet das auch der Zuhörer im Publikum, vor allem wenn er unter den Balkonen hinten im Parkett sitzt. Andererseits wirkt das Klangspektrum ausgewogen und gleichmäßig. Der Große Saal der Meistersingerhalle ist für mich bei sorgfältiger Handhabung für Orchester- oder Kammermusikproduktionen durchaus gut nutzbar.


Statements und Einblicke