Bringen Sie den Max-Littmann-Saal zum Klingen

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Schlagzeug
Trompete
Schlagzeug & Trompete

Bild: BR-Studio Franken/Henry Lai

Im Klang baden in Bad Kissingen

Kaiserin Sissi, Reichskanzler Bismarck, Dichter Fontane: Alles, was in Europa Rang und Namen hatte, weilte in Bad Kissingen zur Kur. Da durfte ein "Königliches Kurhaus" nicht fehlen. 1913 eröffnete der bayerische Prinzregent Ludwig den Regentenbau in Bad Kissingen. Das Herzstück des Prachtbaus ist der nach seinem Architekten benannte Max-Littmann-Konzertsaal.

Mit Kirschbaumholz vertäfelter Konzertsaal als Sporthalle

Feines Kirschbaumholz, verziert mit Ebenholz, und eine Kassettendecke aus Fichtenholz verleihen dem Saal eine von Experten hochgelobte Akustik – weshalb Plattenfirmen häufig klassische Musik darin produzieren. In dem musikalischen Schmuckkasten im späten Jugendstil gaben zunächst die Wiener Symphoniker Konzerte. Später gastierten die Münchner Philharmoniker während des Sommers als Bad Kissinger Kurorchester in dem Saal. Nach der Einnahme Bad Kissingens durch die US-Truppen nutzten amerikanische Soldaten den Saal als Sporthalle.

"Kissinger Sommer" und "Kissinger Winterzauber"

In den vergangenen Jahrzehnten standen namhafte Stars und Orchester der klassischen Musik auf der Bühne – vor allem bei den international anerkannten Festivals "Kissinger Sommer" und "Kissinger Winterzauber". Das BBC Symphonie Orchestra wählte Bad Kissingen hinterher zu seinem beliebtesten Auslandsspielort.

Steckbrief

  • Der Max-Littmann-Saal ist 36 Meter lang, 18 Meter breit und 16 Meter hoch. Er wird U-förmig von einer großen Empore umgeben.
  • Der Saal bietet Platz für bis zu 1.160 Gäste: im Parkett finden 660 und auf der Empore weitere 500 Besucher Platz.
  • Die "Bad Kissinger Stühle" sind urheberrechtlich geschützt.
  • Der Saal zählt in Fachkreisen zu den 20 besten Konzertsälen Europas.
  • Zur Eröffnung 1913 aß der bayerische Prinzregent Ludwig gebratene Waldschnepfe und Schwetzinger Stangenspargel mit Malteser Tunke.
  • Seit seiner Generalsanierung 2005 ist der Saal nach seinem Architekten Max Littmann benannt.
  • In der Königsloge saßen schon Kronprinzessin Cecilie zu Mecklenburg und Königin Louise von Schweden-Norwegen, aber auch König Bhumibol Adulyadej mit Königin Sirikit von Thailand. Sie waren Gäste von Bundespräsident Heinrich Lübke, der zur Kur in Bad Kissingen war.
  • Seit der Generalsanierung beherbergt diese Loge meist die Beschallungs- und Lichttechnik.
  • Mittels faltbarer Türen lassen sich der Weiße und der Grüne Saal an den Max-Littmann-Saal anschließen.

Das sagt BR-Tonmeister und Produzent Thilo Grahmann:

Die gesamte Kuranlage, in deren Mittelpunkt der Regentenbau mit seinen Konzertsälen liegt, übt mit ihren Rosengärten, Wandelgängen und Königsloge einen optischen Reiz aus, den man fast hören kann. Man nähert sich dem Saal erwartungsvoll. Als einer der ganz wenigen Vollholzsäle Europas wird der Max-Littmann-Saal von allen Orchestern, Dirigenten und Solisten hoch geschätzt und mit dem Konzertsaal in Sankt Petersburg verglichen. Musiker und Publikum fühlen sich oft von einem kreativen, warmen Ambiente umfangen. Vor allem Orchester bis zu einer spätromantischen Besetzungsstärke sind dort gut aufgehoben. Bei ruhigen Studioproduktionen ist es aber von Nachteil, dass der Saal Außengeräusche nicht gut abschirmt und das Arbeiten des Holzes der Bühne, Wände und Decken mitunter störend hörbar ist. Dennoch: Wer ein Konzert in diesem Saal erlebt, dem fallen sofort Begriffe ein wie: differenzierte Klangverschmelzung, Durchsichtigkeit des Klangbildes, Ausgewogenheit der Frequenzspektren, angemessene Lautstärke und nicht zuletzt Klangfülle.


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